Wir brauchen eine möglichst gute Welt!


Eine gute Welt? Was ist eine guten Welt?

Die Utilitaristen sagen es, und ich folge ihnen. Eine gute Welt ist eine Welt mit möglichst glücklichen Menschen. Das Befinden jedes Menschen zählt gleich viel. Was aber ist Glück?

 

Gerechtigkeit?

Wir beobachten die Welt schon lange, seit einiger Zeit auch wissenschaftlich, und zwar intensiv. Eines haben wir noch nicht gefunden: einen grossen Weltgeist, der uns sagen würde, was wir für gerecht ansehen müssen. Aber wir wissen heute – es lässt sich nicht mehr mit guten Argumenten bestreiten –, dass uns die Natur geschaffen hat, im Verlaufe einer sehr langen Entwicklung. Ihr Prinzip: Wesen, die lebens- und vermehrungstüchtig sind. Das sind wir tatsächlich, wohl allzu sehr! Aber um uns lebenstüchtig zu verhalten, mussten wir immer auch stabile Gruppen bilden. Wir mussten uns gegenüber anderen Menschen durchsetzen, aber auch mit ihnen zusammenarbeiten können. Die Natur hat uns die nötigen Fähigkeiten und Interessen gegeben. Zu ihnen gehört auch unsere Auffassung von Gerechtigkeit. Von einem Grossen Weltgeist stammt sie nicht. Eine Belohnung für gerechtes Verhalten können wir ebenfalls nicht erwarten. Nun ist unser Gerechtigkeitsempfinden eine sonderbare Sache. Es unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur. Offensichtlich spielen materieller Nutzen und sozialer Erfolg für jeden Menschen eine grosse Rolle in seiner Auffassung über Gerechtigkeit. Da stellt sich eine ebenfalls sonderbare Frage: Welche Gerechtigkeit ist eigentlich gerecht? Staatsoberhäupter wie etwa der Präsident des Landes Erdostan oder Herr Maduro von irgendwo in Südamerika und vile afrikanische Despoten halten für gerecht, was ihnen selbst nützt. Dasselbe zeigt sich auch bei uns, zum Beispiel bei Menschen mit grossem materiellem Vermögen. Was ich damit sagen will: Gerechtigkeit ist Menschensache. Wir können nicht einfach mit Hinweis auf irgendein Prinzip die einen Handlungen als besser im Sinne eines absoluten Gutes, andere als schlechter betrachten. Wir neigen aber dazu, genau dies zu tun. Wir kennen Menschenrechte und wir kennen Völkerrechte. Es sind von uns Menschen aufgestellte Rechte. Sie sollen uns selbst dienen, nicht etwa wir diesen Rechten. Dienen sie uns? Entsprechen sie dem, was wir wollen? Im Wesentlichen, nach meiner Meinung, schon. Gottgegeben sind sie aber nicht! Das heisst: Wir dürfen und müssen vielleicht auch an ihnen arbeiten. Tun wir das? Wissen wir, dass wir es im eigenen Interesse tun sollten? Verstehen Sie mich richtig: Ich halte die Formulierung allgemeiner Menschenrechte für die wohl wichtigste Errungenschaft der Menschheit. Aber ich glaube nicht an ihre Vollkommenheit. Fertig sind sie nicht. Schlimm steht es in meinen Augen mit den Volksrechten. In einem neuen Buch zum Völkerrecht lese ich, dass viele Regeln einfach auf Gewohnheiten gründen. Sagen Sie mir, weshalb die Serben im Norden des Kosovos sich nicht Serbien anschliessen dürfen, und wieso auch nicht die Russen im Osten der Ukraine an Russland? Das Völkerrecht verlange es, sagt man. Wieso müssen Völker mit ihrer eigenen Kultur in Nationalstaaten gegen ihren Willen mit Völkern anderer Kultur zusammenleben? Mit welchem Recht wollen wir sie dazu zwingen? Oder: Ich lese, dass am der Gestaltung des Völkerrechts auch Hochschuldozenten mitwirken. Völkerrecht muss doch Sache der Völker selbst sein und nicht Sache von Juristen! Auch Völkerrechte brauchen eine demokratische Legitimation! Manchmal werde ich fuchsteufels wild über führende Politiker!